Wahl-Forum der Zerbster Volksstimme

Ziemlich flach war das gestrige Volksstimme-Forum zur Stadtratswahl am 26. Mai 2019. Die Zerbster Lokalredaktion hatte die "Spitzenkandidaten" aller Parteien und Wählergruppen eingeladen, vor den Wählerinnen und Wählern - die in der Zahl nur sehr spärlich vertreten waren - Rede und Antwort zu stehen. Dazu hatte sie im Vorfeld eine Leser-Befragung durchgeführt.

Allein die Fragen waren schon recht flach formuliert, sodass von den Antworten nur wenig anderes zu erwarten war und sich im Grunde keiner vom anderen absetzen kann. Letzteres bedeutet also, dass jene Populisten, die sich neu im Stadtrat etablieren wollen, keine Lösungen haben. Lediglich bei dem Problem des Vandalismus scheinen sie "neue" alte Wege gehen zu wollen: "... zu Zeiten des Sokrates wurden solche Probleme mit dem Knüppel gelöst!", kam es aus deren Kandidatenriege, die im Publikum saß. Ganz schnell also lassen sie sich aus der Reserve locken und entpuppen sich dann doch als der Wolf im Schafspelz. Also Obacht und Vorsicht, wem Sie ihre Stimme geben!

Flach war aber auch die Organisation des Forums: klare Regeln zu Redezeiten wurden nicht festgelegt, was zur Folge hatte, dass allein die Vorstellungsrunde sowie die Beantwortung der ersten Frage gut eineinhalb Stunden beansprucht haben. Die Moderation selbst ließ auch eher zu wünschen übrig, sodass man durchaus resümieren kann, dass all jene, die den Weg nicht in den Ratssaal gefunden haben, nicht viel verpasst haben. Zu gern erinnere ich mich da an das Jahr 2012, als Thomas Drechsel das Wahl-Forum zur Bürgermeisterwahl professionell moderierte und durch geschickte Fragestellungen ganz klare Unterschiede zwischen den damaligen Kandidaten erkennbar wurden.

Bemerkenswert war gestern aber, dass die Riege jener, die für die Rechtspopulisten kandidieren, nicht einmal wissen, wofür sie kandidieren: "... ich dachte, ich erfahre hier mal, was ein Stadtrat so eigentlich für Aufgaben hat, weil mir das bis heute unklar ist.", so ein Wortbeitrag aus deren Reihen. Sorry, kann ich da nur sagen, das war dann wohl die falsche Veranstaltung - die Chance das Wissen dahingehend zu erweitern, bietet der Stadtrat und seine Ausschüsse seit Jahren, denn der Hauptteil der jeweiligen Sitzungen ist öffentlich - doch dafür fehlt dann wohl doch das wirkliche Interesse.

Mein Fazit: bleiben Sie ihren Kandidaten, denen Sie bislang auch Ihr Vertrauen schenkten, treu. Die jetzige Stadtrat leistet keine schlechte Arbeit und tut alles für Sie im Rahmen seiner Möglichkeiten.

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