Jugendliche Mitbestimmung

In Zeiten des Wahlkampfes kommen immer wieder die gleichen Themen hoch. Die Idee zur Bildung eines Jugendbeirates ist mindestens genauso alt wie die Einfürung eines Stadtseniorenbeirates. Doch die aktuellen Entwicklungen hinsichtlich des Vandalismus rund um die Schwimmhalle oder im Schlossgarten verstärken den Ruf nach Mitbeteiligung der Jungend.

Jugendliche Mitbestimmung ist ein begrüßenswertes Instrument in unseren demokratischen Gremien. Vorausgesetzt, die Jungend selbst ist daran interessiert. Die aktuellen Listen zur Wahl des neuen Stadtrates geben dazu Hoffnung. Ebenso die Einbringung von Jugendlichen in unseren gesellschaftlichen Abläufen, in Vereinen und Initiativen. Letztlich bleibt aber die Frage, wer sind die Jugendlichen, die sich einbringen wollen? Erreichen wir mit ihnen oder über sie auch die, die der Gesellschaft derzeit eher Schaden zufügen? Was sind die Rezepte und Ideen, jene davon abzuhalten, Scheiben an der Schwimmhalle zu zertrümmern oder Bäume im Schlossgarten zu brechen?

Die Hoffnung danach ist groß, alle "einzufangen" und "mitzunehmen", wenn wir einen Jugenbeirat bilden. Doch reicht dies aus? Sind wir als Stadträte nicht in der Pflicht, das Gespräch mit allen zu suchen? Sind wir und genau im Jugendbeirat liegt darin die Chance. Über ihn den Zugang zu allen zu finden und gemeinsam Lösungen zu schaffen, von der alle profitieren: die genervten Anwohner, die Krach und Zerstörungswut kaum noch ertragen können und die Jugendlichen, die einen Platz benötigen, an dem sie sich frei bewegen können. Wenn wir diesen Spagat schaffen, der Jugend ihren Paltz lassen, den sie im Gegenzug sorgsam achten und hinterlassen, ist das der erste Gewinn für alle. Den ersten Schritt muss eine Seite machen - aus meiner Sicht der Stadtrat, mit einem guten Konzept und einer gut sortierten Abordnung.

Frischen Wind und neue Ideen, aber auch die Bereitschaft zu Kompromissen und eine Verzahnung mit den anderen Gremien der Stadt sind die Erwartungen, die mit der Bildung eines Jugendbeirates verknüpft sind. Die Handreichung dazu ist da, denn einerseits stehen die Türen bereits heute offen - einzelne Stadträte, Fraktionen und die Einwohnerfragestunden des Rates und seiner Ausschüsse sind gute Anlaufpunkte - und andererseits befürwortet die Mehrzahl der Stadträte einen Jugendbeirat. Bleibt also nur noch die Aufgabe für den neuen Stadtrat, die Voraussetzungen alsbald zu schaffen. Meine Unterstützung dafür ist gegeben.

  • Hits: 602

Print   Email